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Aare
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Die Aare (französisch Aar/Arole, italienisch Aar, rätoromanisch Aara, lateinisch Arula/Arola/Arariscite-ref-ks-8-0[8]) ist der längste gänzlich innerhalb der Schweiz verlaufende Fluss. Ihre Gesamtlänge beträgt 288 km, das Gefälle 1665 m und der mittlere Abfluss 525 m³/s (Pegel Untersiggenthal, 2019). Die Aare ist der wasserreichste Nebenfluss des Rheins, noch vor dem Hochrhein selbst, und sie führt mehr Wasser als Mosel und Main zusammen. Das Einzugsgebiet der Aare umfasst 17'709 km² am Alpennordhang und im Mittelland.

Die Aare entspringt in den beiden Aargletschern in den östlichen Berner Alpen am Finsteraarhorn, westlich des Grimselpasses im zentralen Süden der Schweiz. Ihr Lauf führt durch die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Zuerst passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem glazialen Brienzersee. Kurz vor dem Eintritt in den Thunersee bei Interlaken ist sie kanalisiert und verlässt diesen nordwestlich in das breite Aaretal. Auf dem Gebiet von Bern umfliesst sie den mittelalterlichen Stadtkern und erreicht in westlicher Richtung den Wohlensee. Bei Aarberg wird sie über den Hagneckkanal in den Bielersee geleitet und folgt nach dem Austritt nordostwärts dem Verlauf des Juragebirges. Unterhalb von Brugg nimmt sie die Reuss und die Limmat auf, bevor sie bei Koblenz (CH) in den Rhein mündet.

Die Aare war im Laufe der geologischen Entwicklung nacheinander der Oberlauf der Donau, der Rhone und des Rheins.

Contents

• Geographie
• Verlauf
• Flusssystem
• Zuflüsse
• Inseln
• Hydrologie
• Hochwasser
• Fischsterben
• Siehe auch
• Literatur
• Weblinks

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Geographie

Verlauf

Die Aare entströmt den beiden Aargletschern (Oberaar‑ und Unteraargletscher) im Grimselgebiet einige Kilometer südlich von Guttannen im Haslital und fliesst in nördlicher Richtung durch das lange, teilweise steile Tal bis nach Innertkirchen. Dann passiert sie die in einen hohen Felsriegel eingeschnittene Aareschlucht und erreicht danach die Ebene zwischen Meiringen und dem Brienzersee.

Bei Brienz mündet die Aare in den Brienzersee. An dessen Westende durchquert sie dann das sogenannte Bödeli, die weite Schwemmebene der Lütschine bei Interlaken, bevor sie an der Ortschaft Unterseen vorbei zum Thunersee fliesst. In den See fliesst seit der Flusskorrektion im 18. Jahrhundert die Kander, seither wirken sich auch deren Abflussschwankungen nicht mehr unmittelbar auf den Mittellauf der Aare aus.

Den Thunersee verlässt die Aare bei der Stadt Thun und fliesst durch das breite Aaretal zwischen Münsingen und dem Belpberg nach Bern. Bei Unteraar kommt die Giesse (auch «Giessen») als kleiner Bach aus den Hügeln links der Aare und fliesst dann etwa zehn Kilometer lang parallel neben ihr, da das Bett der Aare durch Sedimente aus dem Hochgebirge etwas höher liegt. Die Giesse nimmt das Wasser der Aare-Aue auf und mündet im Norden des Belpmooses in die vom Alpenrand kommende Gürbe, die ausreichend Gefälle hat, um in die Aare zu münden.

Auf dem Gebiet der Stadt Bern verläuft die Aare in einem tief eingeschnittenen Tal um die im Mittelalter auf einem Geländesporn errichtete Altstadt. Mit einer seit Jahrhunderten bestehenden Staustufe, der Schwelle, wird ein kurzer Gewerbekanal, der Tych, abgeleitet. Wenig flussabwärts umfliesst die Aare in einer weiteren Talschlaufe die Engehalbinsel, bevor sie in westlicher Richtung den Wohlensee erreicht. Dieser See entstand als Stausee mit dem Bau der Staumauer des Wasserkraftwerks Mühleberg.

Nach der Einmündung der Saane bei Oltigen südlich von Aarberg fliesst die Aare durch den während der ersten Juragewässerkorrektion gebauten Hagneckkanal und bei Hagneck in den Bielersee. Bei Nidau verlässt sie den Bielersee und fliesst durch den Nidau-Büren-Kanal. Kurz vor Büren erreicht sie wieder ihr altes Flussbett. Die Strecke des ursprünglichen Flusslaufs zwischen Aarberg und Büren an der Aare, die sogenannte Alte Aare, bildet ein weites naturbelassenes Gebiet, das nördlich des Kanals um den weiten, bei der Flusskorrektion abgeschnittenen Altlauf im so genannten Häftli ergänzt wird.

Von Büren an der Aare an fliesst die Aare in einer weiten Ebene, die durch Verlandung des so genannten Solothurner Sees am Ende der letzten Kaltzeit entstand, dem Jurasüdfuss entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn nach Luterbach, wo die Emme mündet. Sie fliesst an Wangen an der Aare, Bannwil, Aarwangen, Wolfwil, Murgenthal, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und in einer klammartigen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nacheinander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Die Landschaft rechts der Aare zwischen Thun und Aarwangen gehörte seit dem Mittelalter zur Landgrafschaft Burgund. 60 Gemeinden in den Agglomerationen Aarau, Olten und Zofingen bildeten um 2005 eine regionale Partnerschaft unter der Bezeichnung Aareland rund um die Netzstadt Aarau/Olten/Zofingen.

Von Brugg an fliesst die Aare bei Stilli durch eine breite Klus im Jura nach Norden. Zwischen dem Ortsteil Felsenau der Gemeinde Leuggern und Koblenz (CH) gegenĂĽber von Waldshut (DE) mĂĽndet sie bei Rhein-km 102,200 in den Rhein.

Die Aare ist mit ca. 485 m³/s der wasserreichere Fluss (Rhein: 439 m³/s); aus hydrologischer Sicht ist also der Rhein ein Nebenfluss der Aare, nicht umgekehrt. Für die Strecke von Biel nach Koblenz benötigt die Aare eine Fliesszeit von rund zwei Tagen bei mittlerem Wasserstand.cite-ref-9[9]

In Altreu ist die Aare an einer gewissen Stelle etwa 18 Meter tief; dies wird als tiefster Punkt der Aare bezeichnet. Im Winter wird dieser Platz oft von Welsen aufgesucht, um dort zu ĂĽberwintern.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]

Flusssystem

→

Hauptartikel

:

Flusssystem der Aare

Die Aare und ihre ZuflĂĽsse haben verglichen mit dem ĂĽbrigen Flusssystem des Rheins zwei Besonderheiten:

• Sie durchfliessen zahlreiche natürliche Seen.
• Mehrere der Gewässer entspringen nicht aus einer Quelle, sondern beginnen mit einem Ursprungsgletscher.

Flusshistorie

Die Aare zeichnet in ihrem gestreckt nordöstlich gerichteten unteren Laufabschnitt die seit rund 30 Millionen Jahren nachweisbare Entwässerungslinie der Vorlandsenke im Norden der sich heraushebenden Alpen nach. Nach der wechselvollen Auffüllung und schliesslichen Anhebung des einstigen schmalen Helvetmeeres entwässerte das Gebiet wechselnd west- oder ostwärts, bis sich im Pliozän vor 3 bis 4 Millionen Jahren das obere Flusssystem der Urdonau herausbildete. Eine Zeitlang war sein Hauptquellfluss sogar die obere Rhone. Im jüngeren Pliozän brach diese Aare-Donau zur Burgundischen Pforte hin aus und bildete als Aare-Sundgaustrom den Hauptstrang der Ur-Rhone. Am Ende des Pliozäns war die Talwasserscheide quer zum heutigen Oberrheingraben nahe dem einstigen Kaiserstuhl-Vulkan so weit abgesunken, dass der Strom erneut ausbrach und zum Hauptstrang des sich rasch ausweitenden Rhein-Systems wurde. Erst vor rund 800'000 Jahren wurde der Alpenrhein, damals Hauptstrang der verbliebenen Donau, nach Westen zum heutigen Hochrheintal hin abgelenkt, wohl unter Mitwirkung der ersten grossen pleistozänen Vergletscherungen des Alpenvorlandes, aber auch tektonischer Veränderungen: Heute liegt das Mittelwasser der Donau in Neu-Ulm 466,68 m ü. NHN,cite-ref-12[12] das des Bodensees bei 395,3 m ü. NHN.cite-ref-13[13]

Damit war die Aare im Laufe ihrer Geschichte der oberste hydrologische Hauptstrang aller drei nordalpinen Stromsysteme.

Gliederung

Der Verlauf der Aare besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

• Zunächst ist sie ein Alpenfluss, der in zwei Fjordseen ausläuft. Der ursprünglich zusammenhängende See wurde durch Sedimente des seitlichen Zuflusses Lütschine geteilt. Der Einzugsbereich dieses alpinen Abschnitts der Aare entspricht grossenteils dem Berner Oberland.
• Dann fliesst sie nordwestwärts vom Alpenrand zum Fuss des Juragebirges.
• Dort folgt sie wie schon ihr von Westen einmündender Nebenfluss, die überwiegend aus dem Neuenburgersee bestehende Zihl, dem Jurasüdfuss. Östlich von Brugg wendet sie sich nach Norden und fliesst durch eine weite Juraklus dem Rhein zu.

Den Weg aus den Alpen ins Schweizer Mittelland nehmen in ähnlicher Weise ihr linker Zufluss Saane und dann die beiden grossen rechten Zuflüsse Reuss und Limmat, die nahe beieinander am Jurafuss die Aare erreichen, 15 bzw. 14 km vor deren Mündung in den Rhein. Das Einzugsgebiet der Aare oberhalb der Reussmündung ist mit 11'709 km² etwa so gross wie das des Bodensees (11'487 km², Ausfluss 78,4 km oberhalb der Aaremündung). Unterhalb der Mündung der Limmat ist der mittlere Abfluss der Aare grösser als derjenige des Rheins vor der Aaremündung.

Von den im Mittelland entstehenden Aare-Nebenflüssen sammeln sich die südwestlichen in der Zihl. Die übrigen fliessen annähernd parallel zueinander und münden zwischen dem Bielersee und der Reuss in die Aare.

Die bedeutenden Zuflüsse aus dem Jura sind von den Besonderheiten dieses Kalkgebirges geprägt: Die Orbe fliesst zwischen ihrem Oberlauf in einem beidseits vom Einzugsgebiet der Rhone begrenzten Tal und dem Unterlauf durch eine Doline. Die Areuse erhält durch zwei seitliche Karstquellen Wasser aus Hochtälern ohne oberirdischen Abfluss. Die Schüss entspringt in einem Karstgebiet, das nördlich des Passübergangs der Vue des Alpes liegt, und durchquert auf ihrem Lauf verschiedene Juraklusen. Die Dünnern schneidet etwa in der Mitte ihres Laufs eine Klus in das Juragestein und erreicht bei Oensingen das Mittelland.

ZuflĂĽsse

→

Hauptartikel

:

Liste der NebenflĂĽsse der Aare

Diagramme

Direkte ZuflĂĽsse

Im Folgenden werden die Zuflüsse der Aare mit einem Einzugsgebiet grösser als 20 km² in der Reihenfolge von der Quelle zur Mündung genannt. Angegeben ist der Name, die Gewässerkennzahlcite-ref-14[Z 1] (GKZ), die orographische Lage der Mündung, die Länge in km, die Grösse des Einzugsgebietes in km², der mittlere Abfluss (MQ) in m³/s, die Höhenlage der Mündung und der Mündungsort. Die Kenngrössen erfolgen nach dem GIS des Bundesamts für Landestopografie (Swisstopo).

| Name | GKZ | Lage | Länge in km | EZG in km² | MQ in m³/s | Mündung | Mündungs­höhe in m | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberaarbach | 1924 | rechts | 00 7,4 00 0 | 00 20,04 0 0 | 000 1,56 0 0 | | 1908 00000 | mĂĽndet in den Grimselsee |
| Ăśrbachwasser | 580 | links 0 | 0 18,7 00 0 | 00 68,42 0 0 | 000 4,99 0 0 | bei Innertkirchen | 630 00000 | |
| Gadmerwasser ĂĽber Steiwasser [ Z 2 ] | 569 | rechts | 0 21,6 00 0 | 0 168,85 0 0 | 00 11,57 0 0 | bei Innertkirchen | 620 00000 | Das Gadmerwasser [ Z 3 ] ist 17,6 km lang |
| Rychenbach | 1874 | links 0 | 0 12,0 00 0 | 00 52,59 0 0 | 000 2,83 0 0 | bei Meiringen | 597 00000 | |
| Hauptkanal Aarboden | 11011 | links 0 | 00 9,0 00 0 | 00 38,68 0 0 | 000 1,92 0 0 | an der Wychelmatten | 564 00000 | mĂĽndet in den Brienzersee |
| Giessbach | 1862 | links 0 | 00 8,7 00 0 | 00 25,34 0 0 | 000 1,51 0 0 | bei Giessbach | 564 00000 | mĂĽndet in den Brienzersee |
| LĂĽtschine [ Z 4 ] (mit Schwarzer LĂĽtschine ) | 500 | links 0 | 0 29,3 00 0 | 0 386,38 0 0 | 00 19,72 0 0 | bei Interlaken | 564 00000 | mĂĽndet in den Brienzersee |
| Lombach | 350 | rechts | 0 14,6 00 0 | 00 46,75 0 0 | 000 3,16 0 0 | bei Unterseen | 558 00000 | mĂĽndet in den Thunersee |
| Kander | 430 | links 0 | 0 60,7 00 0 | 1094,19 0 0 | 00 42,60 0 0 | bei Thun | 558 00000 | mĂĽndet in den Thunersee |
| Zulg | 548 | rechts | 0 23,3 00 0 | 00 88,15 0 0 | 000 2,40 0 0 | nordwestlich von Thun | 550 00000 | |
| Glütschbach | 8890 | links 0 | 0 26,0 00 0 | 00 54,99 0 0 | 000 1,54 0 0 | nördlich von Uttigen | 544 00000 | |
| Rotache | 446 | rechts | 0 18,9 00 0 | 00 37,6 00 0 | 000 0,7 00 0 | bei Uttigen | 536 00000 | |
| Chise | 548 | rechts | 0 21,0 00 0 | 00 71,18 0 0 | 000 2,10 0 0 | westlich der Kiesen | 535 00000 | |
| Giesse | 477 | rechts | 0 12,7 00 0 | 00 45,41 0 0 | 000 1,1 00 0 | bei Rubigen | 514 00000 | |
| GĂĽrbe | 471 | links 0 | 0 29,6 00 0 | 0 143,00 0 0 | 000 3,08 0 0 | kurz vor Wabern bei Bern | 505 00000 | |
| Worble | 544 | rechts | 0 14,9 00 0 | 00 69,80 0 0 | 000 1,70 0 0 | bei Worblaufen | 489 00000 | |
| Chräbsbach | 1424 | rechts | 00 7,2 00 0 | 00 21,37 0 0 | 000 0,44 0 0 | bei Zollikofen | 486 00000 | |
| Gäbelbach | 1421 | links 0 | 00 9,8 00 0 | 00 25,68 0 0 | 000 0,47 0 0 | in Eymatt | 481 00000 | mündet in den Wohlensee |
| Saane | 227 | links 0 | 125,9 00 0 | 1892,86 0 0 | 00 53,30 0 0 | westlich von Bern | 461 00000 | |
| Zihl [ Z 5 ] | 207 | links 0 | 119,6 00 0 | 2728,00 0 0 | 00 53,50 0 0 | bei Neuveville | 431 00000 | mĂĽndet als Zihlkanal in den Bielersee |
| SchĂĽss | 274 | links 0 | 0 43,4 00 0 | 0 216,27 0 0 | 000 6,15 0 0 | in Biel/Bienne | 429 00000 | mĂĽndet in den Bielersee |
| Sagibach | 1405 | rechts | 0 10,4 00 0 | 00 20,6 00 0 | 000 0,34 0 0 | bei Schwadernau | 427 00000 | |
| Leugene | 1399 | links 0 | 0 10,1 00 0 | 00 27,28 0 0 | 000 0,49 0 0 | westlich von Staad | 427 00000 | |
| Witibach | 1394 | links 0 | 00 6,0 00 0 | 00 29,94 0 0 | 000 0,7 00 0 | bei Grenchen | 427 00000 | |
| Emme | 468 | rechts | 0 82,0 00 0 | 0 975,89 0 0 | 00 19,10 0 0 | bei Luterbach | 426 00000 | |
| Siggern | 1358 | links 0 | 00 8,3 00 0 | 00 22,84 0 0 | 000 0,74 0 0 | bei Flumenthal | 418 00000 | |
| Ösch | 1354 | rechts | 0 28,0 00 0 | 00 84,50 0 0 | 000 2,10 0 0 | nordöstlich von Burgdorf | 417 00000 | |
| Ă–nz | 524 | rechts | 0 24,8 00 0 | 00 87,36 0 0 | 000 1,64 0 0 | bei Graben | 417 00000 | |
| Murg [ Z 6 ] (mit Langete ) | 497 | rechts | 0 34,0 00 0 | 0 184,82 0 0 | 000 3,47 0 0 | bei Murgenthal | 400 00000 | |
| Pfaffneren | 1184 | rechts | 0 11,6 00 0 | 00 47,4 00 0 | 000 0,87 0 0 | bei Rothrist | 392 00000 | |
| Wigger | 507 | rechts | 0 41,0 00 0 | 0 380,29 0 0 | 000 7,35 0 0 | zwischen Rothrist und Aarburg | 392 00000 | |
| DĂĽnnern | 436 | links 0 | 0 36,0 00 0 | 0 234,00 0 0 | 000 4,28 0 0 | bei Olten | 389 00000 | |
| Stegbach | 2713 | links 0 | 00 6,0 00 0 | 00 21,73 0 0 | 000 0,37 0 0 | bei Obergösgen | 375 00000 | |
| Suhre | 495 | rechts | 0 34,0 00 0 | 0 368,29 0 0 | 000 6,45 0 0 | östlich von Aarau | 360 00000 | |
| Giessen | 1974 | rechts | 00 7,1 00 0 | 00 30,49 0 0 | 000 0,45 0 0 | nördlich von Rupperswil | 349 00000 | |
| Aabach [ Z 7 ] (mit Ron ) | 680 | rechts | 0 39,0 00 0 | 0 302,70 0 0 | 000 5,21 0 0 | in Wildegg | 348 00000 | |
| Talbach | 1119 | links 0 | 00 7,7 00 0 | 00 21,1 00 0 | 000 0,36 0 0 | bei Schinznach-Dorf | 341 00000 | |
| Reuss | 38 | rechts | 164,0 00 0 | 3425,97 0 0 | 0 140,00 0 0 | bei Windisch | 329 00000 | |
| Limmat [ Z 8 ] (mit Linth ) | 294 | rechts | 141,2 00 0 | 2412,38 0 0 | 0 101,00 0 0 | bei Gebenstorf | 328 00000 | Die Limmat allein ist 36 km lang |
| Kumetbach | 576 | links 0 | 00 8,1 00 0 | 00 32,84 0 0 | 000 0,48 0 0 | bei Villigen | 326 00000 | |
| Surb | 696 | rechts | 0 20,0 00 0 | 00 66,80 0 0 | 000 0,87 0 0 | in Döttingen | 320 00000 | |
| Aare [ Z 9 ] | 37 | | 291,5 00 0 | 17'709,00 0 0 | 0 558,00 0 0 | bei Koblenz AG | 312 00000 | mĂĽndet in den Rhein |

Anmerkungen zur Tabelle

cite-note-14Z 1. ↑ In der Schweiz die GEWISS-Nummer
cite-note-151. Die Längenangabe bezieht sich auf den Strang Gadmerwasser-Steiwasser
cite-note-162. Namensstrang
cite-note-173. Gesamtlänge mit der Schwarzen Lütschine, die Lütschine selbst ist 8,6 km lang
cite-note-184. Länge: Orbe 63,5 km + Zihl 9,0 km + Neuenburgersee 38,3 km + Zihlkanal 8,8 km = 119,6 km
cite-note-195. Gesamtlänge mit der Langete, die Murg selbst ist 2,4 km lang
cite-note-206. Gesamtlänge mit der Ron
cite-note-217. Gesamtlänge mit Linth und Zürichsee, die Limmat selbst ist 36 km lang
cite-note-228. Die Daten der Aare zum Vergleich

Inseln

In der Aare befinden sich rund zwanzig Inseln, die meisten sind durch BrĂĽcken erschlossen.

Auf der Insel Spielmatte zwischen Unterseen und Interlaken dienen zwei gedeckte Holzbrücken als Schleusen zur Seeregulierung des Brienzersees. Der Stadtteil Bälliz-Freienhofgasse in Thun besteht aus einer langgestreckten Insel. Auf der künstlichen Insel Beznau in Döttingen befinden sich ein Kernkraftwerk und ein Wasserkraftwerk.

Hydrologie

| Monatlicher mittlerer Abfluss in mÂł/s: Aare bei Untersiggenthal |
|---|
| 900 800 700 600 500 400 300 200 100 0 554 420 Jan. 443 Feb. 469 März 567 Apr. 713 Mai 814 Juni 751 Juli 639 Aug. 522 Sep. 436 Okt. 436 Nov. 441 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 554 mÂł/s |
| |
| Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU – hydrodaten.admin.ch |

Wassertemperatur

Die Wassertemperatur in Bern zeigt einen typischen Tagesgang. Sie steigt im Laufe des Tages um ein Grad. Darin spiegelt sich die Erwärmung auf der Strecke vom Thunersee bis nach Bern wider. Selten werden Temperatursprünge von mehr als 5 °C während weniger Stunden beobachtet. Vermutlich hängen sie von den Windverhältnissen am Thunersee ab, wodurch Tiefenwasser aus dem See zum Ausfluss transportiert wird.

Das bisherige Temperaturmaximum der Aare an der Messstation Schönau in Bern, seit Messbeginn 1970, wurde im Jahr 2022 laut Medienberichten gleich zwei Mal gebrochen. Erstmals mit 23,84 Grad Celsius am 20. Juli 2022 und das zweite Mal am 4. August mit 24,12 Grad (Dürre und Hitze in Europa 2022).cite-ref-23[14] Zuvor wurde der bisherige Rekord am 4. August 2018 (Dürre und Hitze in Europa 2018) registriert. Die viertwärmste Temperatur wurde mit 23,48 Grad am 11. August 2003 (Hitzewelle in Europa 2003) gemessen.cite-ref-24[15]cite-ref-25[16]cite-ref-26[17] 2025 wurde die 20-Grad-Marke am 13. Juni überschritten (Temperaturanomalien im Juni 2025), so frûh im Jahr wie noch nie seit Messbeginn 1970.cite-ref-27[18] Der vorherige Rekord wurde am 16. Juni 2022 (Temperaturanomalien im Juni 2022) registriert.cite-ref-28[19] Am 28. Juni 2025 wurde mit 22,3 Grad ein neuer Juni-Rekord registriert. Der bisherige Rekord vom 19. Juni 2022 lag 0,2 Grad tiefer.cite-ref-29[20] Mit 22,5 Grad wurde dieser Rekord am 29. Juni bereits übertroffen, ebenso am 30. Juni 2025 mit 22,8 Grad (Dürre und Hitze in Europa 2025).cite-ref-30[21]

Hochwasser

Hochwasserwahrscheinlichkeit

Das mittlere Jahreshochwasser der Aare beträgt an der Messstelle Untersiggenthal bei Stilli 1652 m³/s. Die höchste bisher gemessene Jahresspitze wurde beim Jahrhunderthochwasser 2007 erreicht und betrug 2656 m³/s.cite-ref-bafu-3-31-0[22]

Die Tabelle der Hochwasser-Wahrscheinlichkeit:

| Jährlichkeit (Jahre) | 2 | 10 | 30 | 100 | 300 |
|---|---|---|---|---|---|
| Abfluss (mÂł/s) | 1611 | 2115 | 2375 | 2622 | 2821 |
| Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. | Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. | Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. | Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. | Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. | Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = H ochwasser q uantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt. |

Historische Hochwasser der Aare

Das schwerste überlieferte Hochwasser im Flussgebiet der Aare ereignete sich im Rahmen des Magdalenenhochwassers von 1480, das auch andere Teile des Rheingebiets betraf, aber nicht so ausgedehnte Regionen wie das Magdalenenhochwasser von 1342. Nach regenreichem Mai und Juni hatte eine Hitzewelle die Schneeschmelze in den Alpen beschleunigt. Dann fielen tagelang schwere Niederschläge in den Voralpen. Die Schäden in den Städten entlang der Aare sind in den spätmittelalterlichen Chroniken gut dokumentiert. In Solothurn wurden ein Teil der Stadt und die Aarebrücke überflutet.cite-ref-32[23] Weitere ausserordentliche Hochwasser führte die Aare in den Jahren 1651, 1852, 1876, 1953, 1999, 2005 und 2007. Der rechtsufrige Aare-Damm der Hasliaare wurde danach erhöht. Der linke Damm zwischen Meiringen und Brienzersee soll ab 2025 folgen.cite-ref-33[24]

Mögliche Extremhochwasser

Ein 2021 veröffentlichter Berichtcite-ref-34[25]cite-ref-35[26] im Auftrag von BAFU, BFE, ENSI, BABS, MeteoSchweiz und ausgeführt u. a. von Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Universität Zürich und Paul Scherrer Institut PSI schätzt die möglichen Auswirkungen von Hochwassern mit einer Wiederkehrperiode von bis zu 100'000 Jahren ab. Dies vor allem hinsichtlich der Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, die an der Aare liegen: In Mühleberg würde ein 100'000-jährliches Hochwasser das Gelände knapp 1 m hoch überfluten; beim KKW Gösgen betrüge die Wassertiefe bei einem 100'000-jährlichen Hochwasser 1,15 m, während in Beznau mit ca. 1,1 m zu rechnen wäre. Zudem könnte beim Hagneckkanal der alte Aarelauf reaktiviert werden.

Nutzungs- und Kulturgeschichte

FrĂĽhe Nutzung

Im Mittelalter war die Aare ein wichtiger Grenzfluss: Sie trennte z. B. die Stammesherzogtümer Burgund und Alemannien, war Grenzabschnitt der karolingischen Reichsteilungen und trennte auch eine Weile Hochburgund vom Römisch-deutschen Reich. Mit der Gründung der Stadt Bern am Ende vom 12. zum 13. Jahrhundert änderte sich der Charakter der Aare, denn spätestens ab Mitte des 13. Jahrhunderts gab es Brücken über den Fluss und entwickelten sich zusammenhängende Herrschaftsgebiete auf beiden Seiten der Aare.

Die kurzen Grenzabschnitte, die heute an verschiedenen Stellen vom Aarebett abweichen, sind auf die früheren natürlichen Mäander zurückzuführen, die seinerzeit noch die Grenzziehung vorgegeben hatten und heute trocken gefallen sind.

Lange Zeit war die Aare für die Holzflösserei wichtig. Holz aus dem Emmental wurde zum Rhein und bis zu dessen Mündung in die Nordsee transportiert. Zur Erinnerung an diese Tradition besteht zwischen Stilli und Laufenburg der kulturhistorische Flösserweg.

Die Aarestrecke von Nidau bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar. Seit der Antike diente die Aare dem Schiffsverkehr, wie einer Steininschrift der römischen Schiffleute in Avenches zu entnehmen ist.cite-ref-36[27] Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke zum Erliegen.

Heutige Nutzung

Kraftwerke

Wasserkraft

Das Wasser der Aare dient in zahlreichen Wasserkraftwerken der Elektrizitätsproduktion. Im Quellgebiet an der Grimsel befindet sich die Kraftwerksgruppe der Kraftwerke Oberhasli (KWO). Sie verarbeitet mit ihren Speicherkraftwerken und Pumpspeicherkraftwerken das Wasser aus den Stauseen Oberaar, Grimsel, Räterichsboden und Gelmer zu Spitzenenergie, die eine wichtige Rolle in der Netzregelung spielt. Kurzfristig kann eine Leistung von 1,3 GW abgerufen werden, was ungefähr der Leistung des Kernkraftwerks Leibstadt entspricht.

Ab Interlaken bis zur MĂĽndung wird das Wasser der Aare fĂĽr den Betrieb mehrerer Niederdruck-Laufwasserkraftwerke benutzt.

Karte

Liste der Wasserkraftwerke der Aare:cite-ref-37[28]

| Name des Kraftwerks | Besitzer | Typ des Kraftwerks | Lage | erste Inbetrieb- nahme | Durchfluss- menge m³/s | Höhendif m | Turbine | Leistung MW | Energie pro Jahr GWh/a |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Grimsel 1 Oberaarsee | KWO | Speicherkraftwerk | Chessituren, Guttannen | 1954 | 8 | 536 | 1 Ă— Doppel- Pelton | 33,6 | 74 |
| Grimsel 1, Grimselsee | KWO | Speicherkraftwerk | Chessituren, Guttannen | 1974 | 20,2 | 142 | 1 Ă— Francis | 32,2 | 32,8 |
| Grimsel 2 | KWO | Umwälzwerk | Chessituren, Guttannen | 1981 | 100 | | 4 horizontale Maschinengruppen bestehend aus Francis + Motor/Generator + einstufige Pumpe, davon eine Gruppe mit Frequenzumrichter | 388 | 600 |
| Grimsel Nollen | KWO | kleines Laufkraftwerk im Verbindungsstollen Grimselsee – Gelmersee (Nachschubturbine) | Spittelnollen, Guttannen | 2017 | 2,5 | | 1 × Francis | 1,1 | 5 |
| Handeck 1 | KWO | Speicherkraftwerk | Handegg, Guttannen | 1932 | 10,5 | 680 | 2 Ă— Pelton | 45 | 168 |
| Handeck 2 + 2a | KWO | Speicherkraftwerk | Handegg, Guttannen | 1950 | | 465 | 5 Ă— vertikale Pelton | 215 | 262 |
| Handeck 3 ( Isogyre ) | KWO | Pumpspeicherkraftwerk | Handegg, Guttannen | 1976 | 14,3 | | 1 Ă— horizontale Isogyre-Pumpturbine | 55 | 39 |
| Hopflauenen (Trift) | KWO | Speicherkraftwerk | Hopflauenen, Gadmen | 1967 | 23,6 | 463 | 2 Ă— Doppel- Pelton | 81,6 | 245 |
| Innertkirchen 1 + 1a | KWO | Speicherkraftwerk | Innertkirchen | 1943 | 69 | | 6 Ă— Pelton | 394 | 720 |
| Innertkirchen 2 | KWO | Speicherkraftwerk | Innertkirchen | 1967 | 29,5 | 242 | 2 Ă— Francis | 54,8 | 161 |
| Interlaken | IBI | Laufkraftwerk kleines historisches Ausleitungskraftwerk | Schifffahrtskanal, Interlaken | 1897 | 30 | 3,6 | 3 Ă— Kaplan | 0,82 | 5,1 |
| Interlaken-Dotierzentrale | IBI | Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) | Aare-Stauwehr, Interlaken | 1996 | 15 | | | 0,3 | 1,2 |
| AAREwerk62 | Energie Thun | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Thun | 1962 | 125 | | 2 Ă— vertikale Kaplan | 6,32 | 32 |
| AAREwerk94 | Energie Thun | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Thun | 1917 | 49,7 | | 1 Ă— S-Turbine | 2,83 | 8,4 |
| Thun | RUAG | kleines Laufwasserkraftwerk der Munitionsfabrik | Gewerbekanal, Thun | 1901 | 6 | | | 0,44 | 2 |
| Matte | EWB | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Matte , Bern | 1891 | 40 | 2–3 | 1 × S-Turbine | 1,16 | 6,8 |
| Engehalde-Dotierzentrale | EWB | Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) | Stauwehr Kraftwerk Felsenau , Felsenau , Bern | 1998 | 16 | | | 0,44 | 2,6 |
| Felsenau | EWB | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Felsenau, Bern | 1909 | 100 | | 1 Ă— Rohrturbine | 11,5 | 73 |
| MĂĽhleberg | BKW | Laufkraftwerk am Wohlensee (Durchlaufkraftwerk) | Buttenried, MĂĽhleberg | 1919 | 291 | 20 | 1 Ă— Kaplan 6 Ă— Francis | 45 | 160 |
| Niederried-Radelfingen | BKW | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Niederried Radelfingen | 1963 | 170 | | 2 Ă— Kaplan | 15 | 81,2 |
| Aarberg | BKW | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Aarberg | 1968 | 170 | | 2 Ă— Kaplan | 15 | 90 |
| Kallnach | BKW | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Kallnach | 1913 | 45 | | 1 Ă— Rohrturbine | 8,1 | 49 |
| Hagneck (alt) | Bielersee Kraftwerke | altes Laufwasserkraftwerken benutzt als Dotieranlage | Hagneckkanal , Hagneck | 1900 | 40 | | 3 Ă— Propeller 2 Ă— Kaplan | 3 | 11 |
| Hagneck | Bielersee Kraftwerke | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Hagneckkanal , Hagneck | 2015 | 280 | | 2 Ă— Rohrturbine | 21 | 99 |
| BrĂĽgg | Bielersee Kraftwerke | Laufwasserkraftwerk ( Buchtenkraftwerk ) | Nidau-BĂĽren-Kanal , BrĂĽgg | 1995 | 219 | | 2 Ă— Rohrturbine | 5,2 | 21,3 |
| Flumenthal | Alpiq | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Flumenthal | 1970 | 395 | 6–8.5 | 3 × Rohrturbine | 23,4 | 147 |
| Bannwil | BKW | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Bannwil | 1970 | 435 | | 3 Ă— Rohrturbine | 28,5 | 149 |
| Wynau | Onyx | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Wynau | 1996 | 220 | | 1 Ă— Rohrturbine | 12 | 51 |
| Schwarzhäusern | Onyx | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Schwarzhäusern | 1923 | 200 | | 4 × Propeller | 8,2 | 41 |
| Ruppoldingen | Alpiq | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Boningen | 2000 | 475 | 4–6.5 | 2 × Rohrturbine | 21,1 | 115 |
| Gösgen | Alpiq | Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) | Niedergösgen | 1917 | 380 | 13–17.4 | 5 × Kaplan | 48.5 | 300 |
| Aarau Stadt | Eniwa | Laufwasserkraftwerk (Ausleitungskraftwerk) | Aarau | 1893 | 394 | 5.3–7.4 | 9 × Kaplan 2 × Propeller 1 × Francis | 16 | 102 |
| Rüchlig | Axpo | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Aarau | 1929 | 360 | 3.3–3.5 | 4 × Rohrturbine | 9 | 54 |
| RĂĽchlig | Axpo | Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) | Aarau | 2014 | 40 | | | 1,2 | 8,1 |
| Rupperswil-Auenstein | Axpo | Laufwasserkraftwerk Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Auenstein | 1945 | 492 | | 2 Ă— Kaplan | 40 | 221 |
| Rupperswil | Axpo | Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) | Rupperswil | 1945 | 25 | | | 1,7 | 10 |
| Wildegg-Brugg | Axpo | Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Villnachern | 1953 | 410 | | 2 Ă— Kaplan | 50 | 290 |
| Wildegg-Brugg | Axpo | Dotierzentrale (Kleinkraftwerk) | Schinznach-Dorf | 1953 | 11,5 | | | 0,6 | 3,5 |
| Beznau | Axpo | Wehrkraftwerk | Döttingen | 2001 | 140 | | 1 × Kaplan | 6 | 36 |
| Beznau | Axpo | Laufwasserkraftwerk Laufwasserkraftwerk ( Ausleitungskraftwerk ) | Döttingen | 1902 | 418 | | 11 × Propeller | 20 | 120 |
| Klingnau | Axpo | Laufwasserkraftwerk (Durchlaufkraftwerk) | Klingnau Gippingen | 1935 | 810 | | 3 Ă— Kaplan | 38 | 230 |
| Total | | | | | | | | 2501 | 4827 |

Kernkraftwerke

Am Flusslauf liegen die Kernkraftwerke Gösgen und Beznau; ihre Kühlsysteme verwenden Wasser aus der Aare. Das stillgelegte Kernkraftwerk Mühleberg entnahm 1972 bis 2019 Wasser aus der Aare.

Das Kernkraftwerk Gösgen (1010 MW) leitet das erwärmte Kühlwasser nicht direkt in die Aare, sondern über einen 150 Meter hohen Naturzug-Nass-Kühlturm, so dass die Aare weniger stark erwärmt wird.

Verkehr

Kanalisation

Auf mehreren Abschnitten wurde der Flussverlauf durch grosse Baumassnahmen verändert. Seit dem 18. Jahrhundert versuchten die Kantone Bern und Solothurn, die durch Erosion gefährdeten Ufer an zahlreichen Stellen zu sichern, und zogen dazu den Bündner Spezialisten Richard La Nicca bei. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, einem der grössten Flussbauprojekte der Schweiz im 19. Jahrhundert, sanierten Bund und Kantone das versumpfte und von häufigen Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Seit 1939 steuert das Regulierwehr Port den Wasserhaushalt der Seen und der Aare im Abschnitt am Jurasüdfuss. In der Pegelstation bei Murgenthal wird der für die Regulierung massgebliche Wasserstand der Aare gemessen, weil sich dort auch die von der Emme zugeführte Wassermenge auswirkt.cite-ref-38[29]

Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 die Wirkung der Wasserstandsregulierung.

Die 1964 gegrĂĽndete Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare setzte sich gegen den Ausbau der Flussstrasse durch den geplanten Transhelvetischen Kanal ein.

Schifffahrt

Heute betreibt die 1966 aus einer Vorgängergesellschaft hervorgegangene Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft AG mit Sitz in Biel die Kurse auf dem Bielersee und der Aare.

Schiffländten

Orte mit Schiffländte der Personenschifffahrt:

| Name | Lage | Kt. | ⊙ | Bild | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Nidau (Schiff) | Nidau : im Nidau-BĂĽren-Kanal , beim Bielersee | BE | !507.2433885547.1218835 47.121883 7.243388 | BW | |
| Port | Port : im Nidau-BĂĽren-Kanal , beim Regulierwehr Port | BE | !507.2566075547.1183335 47.118333 7.256607 | | |
| BrĂĽgg (Schiff) | BrĂĽgg : im Nidau-BĂĽren-Kanal | BE | !507.2813115547.1222595 47.122259 7.281311 | BW | |
| BĂĽren (Schiff) | BĂĽren an der Aare | BE | !507.3740555547.1402925 47.140292 7.374055 | BW | |
| Grenchen (Schiff) | Grenchen | SO | !507.4225575547.1729195 47.172919 7.422557 | BW | |
| Altreu | Selzach | SO | !507.4489695547.1904965 47.190496 7.448969 | | auch für Fähre Altreu–Leuzigen |
| Leuzigen | Leuzigen | BE | !507.4504205547.1889985 47.188998 7.45042 | | nur für Fähre Altreu–Leuzigen |
| Solothurn (Schiff) | Solothurn | SO | !507.5341145547.2035935 47.203593 7.534114 | BW | |

Boot-Umsetzanlagen

Für Boote bis ca. 10 m Länge finden sich Transportanlagen bei Wasserkraftwerken.cite-ref-ag-39-0[30]cite-ref-bkw-40-0[31]cite-ref-alpiq-41-0[32]

| Bild | Ort | ⊙ | Typ | Fluss­seite | Max. Gewicht (t) | Max. Länge (m) | Betreiber | Einzel­nachweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | MĂĽhleberg | | Bootshebeanlage | rechts | 5 | 11 | BKW | [ 31 ] [ 33 ] |
| | Niederried-Radelfingen | | | rechts | 2.1 | 12 | BKW | [ 31 ] |
| | Aarberg | | | rechts | 2.1 | 12 | BKW | [ 31 ] |
| | Hagneck | | | links | 2 | 10 | BKW | [ 31 ] |
| | BrĂĽgg/Port | | Schleuse | rechts | | | BKW | [ 31 ] [ 34 ] |
| | Bannwil | | | links | 2 | 8 | BKW | [ 31 ] |
| | Flumenthal | | Seilbahn | rechts | 2.5 | 8 | Alpiq | [ 32 ] |
| | Wynau | | | links | 3 | 10 | BKW | [ 31 ] [ 35 ] |
| | Ruppoldingen | | Seilbahn | rechts | 4 | 10 | Alpiq | [ 32 ] [ 30 ] |
| | Gösgen | | Transportwagen | rechts | 2 | 8 | Alpiq | [ 32 ] [ 30 ] |
| | Aarau | | Transportwagen | links | 1.5 | 7.5 | Eniwa | [ 30 ] [ 36 ] |
| | RĂĽchlig | | Seilbahn | rechts | 2.5 | 7.5 | Axpo | [ 30 ] [ 37 ] |
| | Rupperswil-Auenstein | | | links | 3.5 | 10 | Axpo | [ 30 ] [ 38 ] |
| | Wildegg-Brugg | | | rechts | 3.5 | 8 | Axpo | [ 30 ] |
| | Beznau | | Schleuse | links | | 20 | Axpo | [ 30 ] |
| | Klingnau | | | links | 2 | 12 | Aarewerke | [ 30 ] |

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Hauptartikel

:

Liste der AarebrĂĽcken

Mehr als 300 Brücken und Stege überqueren die Aare. Zwei Drittel der Übergänge befinden sich im Kanton Bern, in der Stadt Bern alleine 20 an der Zahl.

Abwasser

Die an der Aare gelegenen Abwasserreinigungsanlagen, u. a. die ARA Worblental und die ARA Region Bern, nutzen den Fluss zur Einleitung der gereinigten Abwässer.

Freizeit und Erholung

Auf vielen Abschnitten hat die Aare einen hohen Wert für sportliche Aktivitäten. Fast der ganze Flusslauf unterhalb von Meiringen kann mit Booten befahren werden.cite-ref-48[39]cite-ref-49[40] Das Flussufer ist wenig zerklüftet und vielerorts gut zugänglich, sodass man trotz der stellenweise recht hohen Strömung gefahrlos in der Aare baden kann. Strandbäder mit direktem Zugang in den Fluss bestehen bei Thun, Münsingen, Muri, Bern, Solothurn, Wangen, Brugg und Olten.

Die Flusslandschaft entlang der Aare ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und verfügt über gut markierte Wander- und Velowege. Der Verein AareLand unterstützt verschiedene Projekte zur Koordination der Freizeitaktivitäten und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Die Temperatur der Aare wird an mehreren Orten gemessen und ist auf der Website hydrodaten.admin.ch öffentlich einsehbar.

Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare

Die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare (ASA) wurde 1964 gegründet. Ursprüngliches Ziel der ASA war die Verhinderung des transhelvetischen Kanals. Später setzte sich die ASA dafür ein, die Fliessgewässer am Jurasüdfuss in einem weitgehend naturnahen Zustand zu belassen. Auf einer Mitgliederversammlung im Juni 2018 wurde die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft beschlossen. Die Aktivitäten wurden an Aqua Viva übergeben.cite-ref-50[41]

Fischsterben

Am 24. Juli 1972 kam es zu einem der grössten Fischsterben in der Aare zwischen Thun und Bern, da aus dem inzwischen geschlossenen Thuner Selve-Werk ein Gifteintrag erfolgte.cite-ref-51[42]cite-ref-52[43]

Siehe auch
Literatur

• Johannes Zürcher: Aar-Korrektion zwischen Thun und Uttigen (Teil 1). In: Allgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1876, S. 65–67, mit zwei Zeichnungsblättern (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/abz
• Johannes Zürcher: Aar-Korrektion zwischen Thun und Uttigen (Teil 2). In: Allgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1876, S. 79–83 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/abz
• Erich Liechti, Jürg Meister, Josef Gwerder: Die Geschichte der Schifffahrt auf den Juragewässern. Neuenburgersee – Murtensee – Bielersee – Aare. Meier, Schaffhausen 1982, ISBN 3-85801-035-9.
• H. Juilard: Der Ausbau der Wasserkräfte im Oberhasli. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 70, 1952, S. 707 ff.
• Kurt Hasler: Die ehemalige Flösserei auf der Aare. In: Oltner Neujahrsblätter. Band 33, 1975, S. 35–40.
• Franz Auf der Maur (Text), Laslo Irmes (Fotos): Die Aare. Silva-Verlag, Zürich 1987.
• Lukas Märki et al.: Achtung Natur – Beobachtungen aus der Aare-Ebene. Über den Landschaftswandel, Hochwasserschutz und Revitalisierungsprojekte sowie über die Bestandsentwicklung von Brutvögeln, Hasen, Amphibien, Insekten, Flora und Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. Hrsg. Vereinigung für Heimatpflege Büren. 2022, ISBN 978-3-033-09169-6 (Verlag).
• www.oberland-ost.ch (2016): Klimaadaptionsstrategie Grimselgebiet (pdf. S. 4, 8, 12, 16)

Weblinks

Wiktionary: Aare

– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Commons

: Aare

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikisource: Aare

– Artikel der 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon

• Hans von Rütte: Aare. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 6. Oktober 2011.
• Aare (Solothurn), Aare (Bern) und Aare (Aargau) auf der Plattform ETHorama
• Die Aare im Kanton Bern Website des Kantons Bern
• Aaretemperatur auf hydrodaten.admin.ch
• Die Aare auf aarelauf.ch

Einzelnachweise

cite-note-19. Grenzfluss zwischen Berner- und Urner Alpen
cite-note-210. Geografische Namen der Landesvermessung (Bundesamt fĂĽr Landestopografie swisstopo)
cite-note-ch-gs-311. Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
cite-note-bafu-ezg-412. Aare vor Zusammenfluss mit dem Rhein auf map.geo.admin.ch. Abgerufen am 2. November 2024.
cite-note-bafu-513. Abflussdaten: Messstelle: Bern, Schönau (2135). (PDF) 1935–2020. In: BAFU Hydrodaten. BAFU, abgerufen am 3. Oktober 2024 (Stationsseite).
cite-note-bafu2-614. Abflussdaten: Messstelle: Brugg (2016). (PDF) 1935–2020. In: BAFU Hydrodaten. BAFU, abgerufen am 3. Oktober 2024 (Stationsseite).
cite-note-bafu3-715. Abflussdaten: Messstelle: Untersiggenthal, Stilli (2205). (PDF) 1935–2020. In: BAFU Hydrodaten. BAFU, abgerufen am 3. Oktober 2024 (Stationsseite).
cite-note-ks-88. ↑ Andres Kristol: Aarau AG (Aarau). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 73.
cite-note-99. ↑ Broschüre der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare
cite-note-1010. ↑ Wolfgang Wagmann: Taucherfilme – Tauchlehrer begleitet den «Wal der Aare» mit der Kamera. In: solothurnerzeitung.ch. 11. November 2013, abgerufen am 15. August 2022.
cite-note-1111. ↑ Bähram Alagheband: Aargau Solothurn — Von Naturwundern und Kleinkriegen in der Aare bei Solothurn. In: srf.ch. 3. Juli 2014, abgerufen am 15. August 2022.
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